Warum klappt es nicht mit der Schwangerschaft?
Unerfüllter Kinderwunsch:
Ursachen bei Frau und Mann
Wenn eine Schwangerschaft länger auf sich warten lässt, beginnt oft die Suche nach dem Warum. Liegt es an mir? An meinem Partner? Haben wir einfach noch nicht den richtigen Zeitpunkt erwischt?
Damit eine Schwangerschaft entsteht, müssen viele kleine Schritte zusammenspielen: Eine Eizelle muss heranreifen und springen, die Eileiter müssen durchgängig sein, befruchtungsfähige Spermien müssen die Eizelle erreichen und die befruchtete Eizelle muss sich anschließend in der Gebärmutter einnisten.
Schon eine Störung an einer dieser Stellen kann die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft verringern. Auch Alter, hormonelle Veränderungen, bestimmte Erkrankungen oder die Lebensweise (insbesondere Stress, Übergewicht, übermäßiger Alkohol- und Kaffeekonsum sowie Rauchen) können die Fruchtbarkeit beeinflussen.
Ursachen bei der Frau
Ein regelmäßiger Eisprung ist eine wichtige Voraussetzung für eine natürliche Schwangerschaft. Gerät das hormonelle Zusammenspiel aus dem Gleichgewicht, kann die Eizellreifung gestört sein oder der Eisprung unregelmäßig auftreten beziehungsweise ausbleiben.
Mögliche Ursachen sind zum Beispiel das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), Schilddrüsenstörungen oder andere hormonelle Veränderungen. Auch starkes Unter- oder Übergewicht und größere Gewichtsveränderungen können den Zyklus beeinflussen.
Ob und wann ein Eisprung stattfindet, lässt sich durch Ultraschall und Hormonuntersuchungen überprüfen.
Im Eileiter treffen Ei- und Samenzelle normalerweise aufeinander. Ist ein Eileiter verschlossen oder in seiner Funktion eingeschränkt, kann eine natürliche Befruchtung erschwert sein. Ursachen können frühere Entzündungen oder Infektionen, Verwachsungen nach Operationen, eine vorausgegangene Eileiterschwangerschaft oder Endometriose sein. Ob die Eileiter durchgängig sind, kann mit der Eileiterabklärung überprüft werden.
Bei einer Endometriose wächst gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter, zum Beispiel an den Eierstöcken, Eileitern oder im Bauchraum. Dadurch können Entzündungen, Zysten und Verwachsungen entstehen, die eine Schwangerschaft erschweren können.
Typische Hinweise sind starke Regelschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder wiederkehrende Unterbauchbeschwerden. Endometriose kann aber auch weitgehend ohne Beschwerden verlaufen und erst im Rahmen der Kinderwunschdiagnostik auffallen.
Myome, Polypen, Verwachsungen oder angeborene Veränderungen der Gebärmutter können – je nach Lage und Größe – die Einnistung einer befruchteten Eizelle erschweren. Viele dieser Veränderungen lassen sich bereits im Ultraschall erkennen.
Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl der verfügbaren Eizellen ab, gleichzeitig verändert sich ihre Qualität. Dieser natürliche Prozess wird ab etwa Mitte 30 zunehmend relevant für die Fruchtbarkeit. Das bedeutet nicht, dass eine Schwangerschaft ab einem bestimmten Alter nicht mehr möglich ist. Das Alter ist aber ein wichtiger Faktor, wenn wir die persönliche Ausgangssituation einschätzen und gemeinsam entscheiden, wie lange man abwarten kann und wann eine Behandlung sinnvoll sein könnte.
Ursachen beim Mann
Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien können beeinflussen, wie wahrscheinlich eine natürliche Befruchtung ist. Die Basisuntersuchung ist deshalb das Spermiogramm.
Die Spermienqualität kann unter anderem durch hormonelle Veränderungen, Infektionen, eine Varikozele (Krampfader am Hoden), bestimmte Medikamente oder Rauchen beeinträchtigt werden. Weitere Faktoren sind Stress, Umweltbelastungen, ein Hodenhochstand, operierte Tumore oder angeborene Ursachen sein (z. B. Chromosomenanomalie). Bleibt der Kinderwunsch unerfüllt, können deshalb weiterführende Untersuchungen sinnvoll sein.
Manchmal werden ausreichend Spermien gebildet, gelangen aber nicht oder nicht in ausreichender Zahl in das Ejakulat. Gründe können beispielsweise verschlossene oder fehlende Samenleiter, frühere Entzündungen, Operationen oder eine Sterilisation sein.
Es muss nicht die eine Ursache geben
Nicht immer lässt sich ein einzelner Grund für den unerfüllten Kinderwunsch finden. Manchmal treffen mehrere Faktoren aufeinander und verringern gemeinsam die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Deshalb betrachten wir Zyklus, Eizellreserve, Gebärmutter und Eileiter ebenso wie die Spermienqualität und Ihre bisherige Kinderwunschgeschichte.
In manchen Fälle kann weder beim Mann noch bei der Frau eine organische Ursache für die Unfruchtbarkeit gefunden werden. In solchen Fällen kann Stress Schuld sein.
Wann sollten wir uns untersuchen lassen?
Wenn Sie unter 35 Jahre alt sind und seit etwa einem Jahr regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, ohne schwanger zu werden, ist eine Abklärung sinnvoll. Ab 35 Jahren empfiehlt es sich, bereits nach etwa sechs Monaten ärztlichen Rat einzuholen.
Früher kann eine Untersuchung sinnvoll sein, wenn bereits Faktoren bekannt sind, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können, zum Beispiel sehr unregelmäßige Zyklen, Endometriose oder eine eingeschränkte Spermienqualität.
Der erste Schritt:
Ihre Situation verstehen
Am Anfang steht bei uns nicht automatisch eine Kinderwunschbehandlung. Zunächst finden wir herausfinden, warum es bisher nicht geklappt hat und welche Untersuchungen für Sie sinnvoll sind. Beim ersten Termin besprechen wir Ihre Vorgeschichte, vorhandene Befunde und die möglichen nächsten Schritte.
Gerne lernen Sie uns und unsere Praxis auch bei einem unserer Infoabende unverbindlich kennen.
