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Social Freezing bei der Frau

Kryokonservierung von Eizellen

Die Eizellqualität sinkt mit dem Alter, bei den meisten Frauen merklich ab Mitte 30. Social Freezing setzt genau hier an: Je früher die Entnahme, desto besser stehen später die Chancen auf eine Schwangerschaft mit den eigenen, eingefrorenen Eizellen.

Wann ist das Einfrieren von Eizellen sinnvoll?

Die meisten Frauen, die sich bei uns beraten lassen, kommen aus einem von zwei Gründen:

  • Persönliche Lebensplanung
    Noch kein passender Partner, berufliche Ziele, die gerade Priorität haben, oder schlicht das Bedürfnis, sich Zeit zu kaufen, ohne die biologische Uhr aus dem Blick zu verlieren.
  • Medizinische Gründe
    Eine anstehende Chemotherapie, Bestrahlung oder Operation, die die Eierstockfunktion beeinträchtigen kann, etwa bei Krebserkrankungen, Endometriose oder Autoimmunerkrankungen. In diesen Fällen sprechen wir von Fertilitätsprotektion, die Kosten werden hier häufig anteilig von der Krankenkasse übernommen.

Wie ist der Ablauf?

Der gesamte Prozess von der ersten Beratung bis zur Einlagerung der Eizellen dauert in der Regel drei bis vier Wochen.

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Beratungsgespräch

Im ersten Termin besprechen wir Ihre persönliche Situation, den Ablauf, die Erfolgsaussichten und die Kosten. Dazu gehören eine gynäkologische Ultraschalluntersuchung zur Beurteilung Ihrer Eierstockreserve und eine Hormonanalyse, unter anderem der AMH-Wert. Beides gibt uns eine erste Einschätzung, wie viele Eizellen sich realistisch gewinnen lassen.

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Hormonelle Stimulation

Über zehn bis zwölf Tage spritzen Sie sich täglich selbst ein Hormonpräparat unter die Haut, das die Eierstöcke anregt, mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen zu lassen. Ein bis zwei Kontrolltermine mit Ultraschall und ggf. Hormonkontrollen (Blutabnahme) zeigen uns, wie weit die Eibläschen gereift sind und wann der richtige Zeitpunkt für die Entnahme gekommen ist.

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Eizellentnahme

Haben die Eibläschen die entsprechende Größe erreicht und stimmen die Hormonwerte, wird die letzte Reifungsphase der Eizellen durch eine Hormonspritze eingeleitet. Die Eizellentnahme findet anschließend etwa 32 bis 36 Stunden später statt. Der Eingriff erfolgt unter kurzer Narkose durch die Scheide, ultraschallüberwacht, und dauert nur wenige Minuten. Direkt im Anschluss können Sie nach kurzer Erholungszeit wieder nach Hause.

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Kryokonservierung und Lagerung

Im Labor werden die gewonnenen Eizellen durch Vitrifikation, ein sehr schnelles Einfrierverfahren, bei minus 196 Grad in flüssigem Stickstoff eingelagert. Studien zu Lagerzeiten von bis zu 30 Jahren zeigen keinen Qualitätsverlust. Eine Rückübertragung ist bei uns bis zum Alter von 45 Jahren möglich.

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Embryotransfer

Wenn Sie sich für eine Schwangerschaft entscheiden, werden die Eizellen aufgetaut und mittels ICSI mit Samenzellen befruchtet. Aus den entstandenen Embryonen wird einer nach drei bis fünf Tagen in die Gebärmutter übertragen. Wie viele Eizellen für eine realistische Erfolgschance nötig sind, hängt stark vom Alter bei der Entnahme ab, das besprechen wir individuell im Beratungsgespräch

Da die Eizellqualität mit dem Alter sinkt, entscheiden sich manche Frauen für zwei oder drei Stimulationszyklen, um genügend Eizellen für eine gute Erfolgschance einzulagern. Wie viele Zyklen sinnvoll sind, besprechen wir nach dem ersten Beratungsgespräch auf Basis Ihrer Hormonwerte.

Häufige Fragen

Es gibt kein gesetzliches Höchstalter für das Einfrieren von Eizellen. Medizinisch sinnvoll ist es vor allem bis Anfang 30, weil Eizellreserve und -qualität dann noch am höchsten sind. Zwischen Mitte und Ende 30 ist Social Freezing weiterhin möglich, die zu erwartende Erfolgschance pro entnommener Eizelle sinkt jedoch. In der Beratung schätzen wir anhand Ihrer Hormonwerte und des Ultraschallbefunds ein, was in Ihrem Fall realistisch ist.

Das hängt stark vom Alter bei der Entnahme ab. Als Faustregel gilt: Je jünger, desto weniger Eizellen sind für eine gute Erfolgschance nötig. Mit Anfang 30 reichen oft zehn bis fünfzehn Eizellen für eine solide Chance auf eine spätere Geburt, mit Ende 30 werden eher zwanzig bis dreißig Eizellen empfohlen. Da nicht jeder Stimulationszyklus gleich viele Eizellen liefert, sind manchmal zwei oder drei Zyklen nötig, um die gewünschte Anzahl zu erreichen. Wir besprechen das nach der ersten Hormonanalyse konkret mit Ihnen.

Inhalt folgt.

Die täglichen Spritzen setzen Sie sich selbst unter die Haut, vergleichbar mit einer Insulinspritze. Das ist für die meisten Frauen gut verträglich, ein leichtes Spannungsgefühl im Unterleib während der Stimulationsphase ist normal. Das früher gefürchtete Überstimulationssyndrom ist mit den heutigen Behandlungsprotokollen sehr selten geworden. Die Eizellentnahme selbst findet unter kurzer Narkose statt, sodass Sie davon nichts spüren.

Nein. In jedem natürlichen Zyklus reift normalerweise nur eine Eizelle bis zum Eisprung heran, während mehrere andere Eizellen, die in diesem Zyklus ohnehin nicht zum Einsatz gekommen wären, ungenutzt verloren gehen. Die Hormonstimulation nutzt diese Eizellen, die sonst verloren wären, und entnimmt sie zusätzlich. Ihre langfristige Eizellreserve bleibt dadurch unverändert.

Das ist Ihre Entscheidung und jederzeit möglich. Eizellen, die nicht mehr benötigt werden, können auf Ihren Wunsch vernichtet werden. Manche Frauen entscheiden sich auch für eine Spende zu Forschungszwecken, sofern die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Eine Pflicht zur Verwendung gibt es nicht.

Ein Transport ist grundsätzlich möglich, wird aber nicht ohne Grund empfohlen. Das Einfrieren und spätere Auftauen ist sensible Laborarbeit, bei der ein Wechsel des Labors und des Einfriersystems die Erfolgschancen geringfügig schmälern kann. Wenn ein Umzug oder Praxiswechsel unumgänglich ist, begleiten wir den Transport fachgerecht.

Der erste Teil ist identisch: Hormonstimulation und Eizellentnahme laufen bei Social Freezing genauso ab wie bei einer IVF-Behandlung. Der Unterschied liegt im weiteren Verlauf. Bei Social Freezing werden die unbefruchteten Eizellen eingefroren und eingelagert, ohne dass zu diesem Zeitpunkt eine Befruchtung stattfindet. Erst wenn Sie sich später für eine Schwangerschaft entscheiden, werden sie aufgetaut, befruchtet und übertragen.

Ihr erster Schritt

Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen, schildern, was medizinisch sinnvoll ist, und besprechen den weiteren Ablauf.

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